Laktoseintoleranz
Laktoseintoleranz bezeichnet eine in der Bevölkerung vorkommende Milchzuckerunverträglichkeit. Sie beruht auf dem Fehlen des Enzyms Laktase, das im Darm Laktose, das ist Milchzucker, in die Bestandteile Galaktose und Glukose (Traubenzucker) aufspaltet. Als Folge davon wird der Milchzucker durch Darmbakterien vergoren, was zu erheblichen Verdauungsbeschwerden führen kann. Symptome des Laktasemangels sind Blähungen und Durchfälle.
Verbreitung
Die Laktoseintoleranz ist weit verbreitet, vor allem in Asien und Afrika ist sie eher der Normalfall, während in den westlichen Ländern und Australien ihr Anteil an der hellhäutigen Bevölkerungsschicht nur bei etwa 5 -15 % liegt.
Ursachen
Die Ursachen der Laktoseintoleranz sind ursprünglich evolutionär bedingt. Jeder Säugling ist in der Lage, die in der Muttermilch enthaltene Laktose mittels des Enzyms Laktase zu spalten. Mit zunehmender Entwöhnung von der Muttermilch geht dann aber die Produktion der Laktase zurück und wird bis zum Erwachsenenalter komplett eingestellt. Erst mit der Aufnahme einer systematischen Milchwirtschaft, die vor allem im europäischen und mongolischen Kulturkreis schon früh einsetzte, konnte sich dort über die Jahrhunderte eine Genmutation durchsetzen, die dazu führte, das kontinuierlich Laktase gebildet wurde.
Angeborener Laktasemangel
Ganz anders sieht die Situation beim angeborenen Laktasemangel aus. Hierbei handelt es sich um einen Gendefekt, der dazu führt, dass bereits beim Säugling nicht mehr genügend Laktase gebildet wird. Dieser Zustand ist, wenn er nicht durch die externe Substitution von Laktase behandelt wird, potentiell lebensbedrohlich, da Wachstum und Entwicklung des Neugeborenen stark beeinträchtigt werden, was zu erheblichen Schädigungen des Gehirns und, als Folge davon, zum Tode führen kann.
Erworbener Laktasemangel
Und dann gibt es noch die sogenannte sekundäre Laktoseintoleranz. Davon spricht man, wenn es aufgrund einer Erkrankung oder der Einwirkung externer Faktoren zu einem Versagen der Laktaseproduktion kommt. Ursachen für eine solche sekundäre Laktoseintoleranz können verschiedene Darmerkrankungen, Mangelernährung und Alkoholmissbrauch aber auch Strahlen- und Chemotherapien bei der Behandlung von Krebserkrankungen sein. Jedoch wird sich die Laktaseproduktion in der Regel nach der Genesung bzw. nach Beendigung der auslösenden Therapien wieder normalisieren.
Behandlung
Einmal erkannt, ist die Behandlung der Laktoseintoleranz relativ einfach. Diätetische laktosefreie Lebensmittel, zu denen auch eine Vielzahl von Milchprodukten zählen, bei denen der Milchzucker bereits bei der Herstellung durch Zugabe von Laktase gespalten wurde sowie eine Reihe von Arzneimitteln, die Laktase in Form von Kapseln oder Lactase Tabletten zur Verfügung stellen, sind heute leicht erhältlich und ermöglichen den betroffenen Personen ein beschwerdefreies Leben.